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Ein Buch zu schreiben, ist leicht. Ich schreibe jeden Tag ein bisschen und irgendwann ist es fertig. Und dann überarbeite ich diesen ersten Entwurf und dann auch noch den zweiten und den dritten und am liebsten auch noch den vierten, den fünften und… Na ja, du hast wahrscheinlich eine Vorstellung davon, was ich meine. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ich mich nicht länger davor drücken kann, dieses, mein Baby in andere Hände zu geben. Und dieser Moment, auf den ich ja eigentlich die vergangenen Monate hingearbeitet habe, ist unglaublich grausam. Und aufregend. Und erschreckend. Und elektrisierend. Und aufregend. Und verzehrend. Und aufregend. Und spannend. Und aufregend. Aber das sagte ich ja schon.

Da hämmern die Fragen in meinem Kopf: Wird diese erste Leserin meine Geschichte so verstehen, wie ich sie schreiben wollte? Wird sie sich in die Charaktere verlieben? Wird sie mit ihnen fühlen? Oder wird sie sie langweilig finden? Wird sie sich überwinden müssen, die Seiten umzublättern? Und es eigentlich nur für mich, aber unter größtem inneren Protest, fertigbringen, das Buch überhaupt vollständig zu lesen? Wird sie die Seiten nur überfliegen, um schnell ans Ende zu kommen? Oder wird sie durch die Seiten fliegen, weil sie nicht abwarten kann, wie es weitergeht?

Eins sei klar gestellt. Ich habe keine Angst davor, dass sie Fehler in der Geschichte findet. Selbst für das Ausgraben großer Story-Lücken bin ich mehr als dankbar. Rechtschreibung, Grammatik. Je mehr Fehler sie findet, desto besser. Und wenn sie mir erklärt, dass eine Szene keine Relevanz hat, ist das eine große Erleichterung. Immerhin will ich ja nicht deine Zeit verschwenden.

Aber was ist, wenn sie der Meinung ist, dass die Story Mist ist?

Diese Gedanken treiben mich in den Wahnsinn. Und zwar so ziemlich sobald ich die ersten Worte einer Geschichte schreibe. Ich habe drei Erstleserinnen. Drei Menschen, die mich lieben und von denen ich weiß, dass sie meinen Stil zu schreiben, mögen. Aber es sind auch Menschen, die mir so nah sind, dass sie mir keinen Honig um den Mund schmieren. Menschen, die mir sagen, wenn ich nicht das Zeug zu etwas habe. Einfach, weil es ihnen wichtig ist, dass es mir gut geht, und sie mich nicht in irgendein Messer laufen lassen wollen. Und wahrscheinlich auch, weil sie keine Lust haben immer wieder miese Geschichten lesen zu müssen, nur weil sie mir bei der ersten nicht die Wahrheit gesagt haben.

Weißt du, so ein Buch enthält immer sehr viel von einem selbst. Zumindest ist das bei mir so. Nicht unbedingt autobiographische Details über mein psychisches Innen- oder physisches Außenleben (oder andersrum). Aber das Gefühl, das ich dir durch mein Buch vermitteln möchte, das kommt von mir. Das habe ich vor dir gefühlt und als ich es in Worte gefasst habe, habe ich gehofft, dass du es eines Tages auch fühlen wirst. Und das macht mich verletztlich. Was gut ist. Und erschreckend. Irgendwie. Aber letztendlich gut. Denn nur, wenn ich mich verletztlich zeige, kann ich wirklich kreativ und ehrlich und gefühlvoll sein. Aber deswegen ist es nicht weniger erschreckend als nackt über den Ku’Damm in Berlin zu laufen. Und das meine ich ganz ernst.

Und so eine Erstleserin ist der erste Meilenstein, den dieses Gefühl passieren muss. Und wenn es nicht ankommt, ist das gesamte Buch… na ja, irgendwie nichts wert. Denn ich will, dass du dich gut fühlst, wenn du meine Worte liest. Du sollst etwas erleben, dich in meine Figuren hineinversetzen, sie lieben oder hassen lernen. Wenn sie dich aber langweilen und du eigentlich lieber die neueste Folge ‚Downtown Abbey‘ gucken würdest, habe ich mein Ziel verfehlt.

Erstleserinnen helfen mir dabei, zu verhindern, dass du vor Langeweile in der Bahn einschläfst und deine Station verpasst. Zumindest hoffe ich das. Aber genau deshalb ist es so furchteinflößend für mich, meine Geschichte an eine von ihnen weiterzugeben. Sie fühlen und denken ganz anders als ich. Und dann, auf der anderen Seite, ist es eine große Erleichterung, endlich rauszugehen mit dem, was ich über Monate mehr oder weniger versteckt hatte. Endlich einen Teil davon abzugeben und zu erfahren, was andere davon denken. Ob das Ganze eine Zukunft hat oder ich nicht lieber eine andere Geschichte beginnen, oder besser noch, mir einen anderen Zeitvertreib suchen sollte.

Deshalb bin ich meinen Erstleserinnen so dankbar. Und ich hoffe, du wirst es auch sein. Zumindest indem du eine meiner Geschichten liest und dabei etwas fühlst, das dich für diesen einen Moment, oder noch besser viele Momente, glücklich macht, lächeln lässt, zu Tränen rührt, zum Lachen bringt und eine Sehnsucht weckt, die dich in deinen Alltag begleitet.

_Deine Andrea

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