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BLOG-BEiTRÄGE

Im wunderbaren Buch I thought it was just me von Brené Brown bin ich auf eine Übung gestoßen, die in manchen Krankenhäusern in den USA mit Schwangeren und ihren Partnern durchgeführt wird. Und weil ich finde, dass man diese Übung genauso gut in jeder anderen Phase seines Lebens machen kann, möchte ich sie heute mit dir teilen.
Okay, darum geht es:

Schwangere werden gebeten, zehn Erwartungen zu notieren, die sie an die Geburt und die erste Zeit mit dem Baby haben. Für die Eltern sind natürlich alle Erwartungen gleich wichtig. Wer will schon zwischen halbwegs entspannten Nächten und einer angenehmen Geburt wählen? Sie schreiben diese Erwartungen also auf und geben die Zettel an die Schwester weiter. Diese mischt die Karten und zieht fünf heraus.
Dann werden die werden Eltern gefragt, ob sie damit klarkommen, dass nur fünf ihrer Erwartungen erfüllt werden.
Puh!
Der Hintergrund der ganzen Sache ist, dass wir von Dingen, die wir bisher nicht erlebt haben, eine gewisse Vorstellung haben. Aber selbst wenn wir etwas schon einmal erlebt haben, können wir nur schwer voraussehen, wie sich die Situation oder die Erfahrung beim zweiten oder dritten Mal anfühlt. Welche Probleme auf uns zukommen oder welche unserer Hoffnungen erfüllt werden.
Die Geburt und das Kennenlernen eines neuen Menschen sind mit Sicherheit zwei der einschneidendsten Erlebnisse im Leben einer Frau oder eines Mannes.

Erwartungen lassen uns warten

Aber auch in vielen anderen Lebenslagen haben wir ganz bestimmte Erwartungen daran, wie eine Sache ablaufen soll. Wenn wir unser erstes Buch schreiben, dann erwarten wir, dass es viele Leser*innen findet, dass es diesen Leser*innen gefällt, dass uns vielleicht ein großer Verlag ansteckt oder wir sofort vom Schreiben leben können.
Ich hätte diese Übung sehr gerne vor meinem ersten Buch gemacht.
Und deshalb möchte ich, dass du diese Übung jetzt machst, wenn du vor der Veröffentlichung deines ersten (oder auch nächsten) Buches stehst. Nimm jetzt einen Stift und ein Blatt Papier und schreibe zehn Erwartungen auf, die du an die Veröffentlichung des Buches hast.
Und dann mach dir bewusst, dass es absolut möglich, nein vielmehr sehr wahrscheinlich ist, dass ein großer Teil dieser Erwartungen nicht erfüllt wird.

Warum du weniger erwarten solltest.

Soll dich das demotivieren? Soll es dir den Mut nehmen, überhaupt erst mit dem Schreiben und dem Veröffentlichen anzufangen?
Nein, natürlich nicht.
Es soll dir schlichtweg zeigen, dass die Dinge anders laufen können, als du sie erwartest. Dass sie anders laufen werden! Und dass das okay ist. Nur, weil eine oder zwei oder drei oder vier Erwartungen nicht erfüllt werden, heißt das nicht, dass es all die Mühe nicht wert ist.
Ich glaube, dass uns diese Übung davor bewahrt, unseren Erfolg, unsere Freude an dem, was wir letztendlich aus der Veränderung herausziehen, klein zu halten. Wenn wir von Anfang an wissen, dass nur ein Teil unserer Erwartungen erfüllt wird, dann können wir die erfüllten Erwartungen viel höher schätzen und den Erfolg viel mehr genießen. Wir trauern nicht dem hinterher, was sich nicht erfüllt hat. Wir sind dankbar für den Rest.

Zufriedenheit und Dankbarkeit statt Enttäuschung

Das bedeutet, dass wir auf der einen Seite natürlich danach streben sollen, müssen und dürfen, all unsere Erwartungen zu erfüllen. Auf der anderen Seite aber wissen, dass wir auch dann erfolgreich sind und zufrieden mit unserem Erfolg sein können, wenn nicht jeder Wunsch in Erfüllung geht.
Denn das sind Erwartungen letztendlich. Wünsche. Wir wissen nie, welchen Weg wir tatsächlich gehen werden. Und manch eine Erwartung, manch ein Wunsch sind vielleicht als etwas, das gar nicht mehr zu unserem Weg passt. Vielleicht erkennen wir auf der Hälfte des Weges, dass wir gar nicht in einen großen Verlag wollen, sondern uns in einem kleinen Verlag oder im Selbstverlag viel wohler fühlen. Dann ist es nicht schlimm, wenn diese Erwartung nicht erfüllt wurde. Eigentlich trifft das Gegenteil zu. Und trotzdem fühlen wir uns nicht erfolgreich.
Das ist totaler Käse! Ich will dankbar für das sein, was ich habe. Und nicht immer nur dem hinterhertrauern, was hätte sein können.
Wie siehst du das? Fühlst du dich schlecht, wenn deine Erwartungen nicht alle erfüllt werden? Oder bist du eher entspannt und lässt alles auf dich zukommen?
Schreib es gerne in den Kommentaren.
Danke; dass du bis hierhin gelesen hast.
Mach’s gut, deine Andrea

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