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BLOG-BEiTRÄGE

Als ich 2017 begonnen habe meinen ersten Roman zu schreiben, hatte ich keine Vorstellung davon, wie ich ihn veröffentlichen sollte. Ich wollte ihn einfach nur schreiben. Ich dachte, dass ich nach 254 Bearbeitungsrunden damit beginnen würde, einen Verlag zu suchen, hatte mich darauf eingestellt, Jahre zu warten, bis überhaupt jemand in Betracht zieht, mein Buch in sein Programm aufzunehmen.

Aber dann hörte ich vom Selfpublishing. Ich muss zugeben, dass mein Wissen über die Verlagswelt zu diesem Zeitpunkt alles andere als fundiert war. Meine Vorstellung von selbst verlegten Büchern kam in etwa dem Bild gleich, dass die Gilmore Girls in einer der späteren Staffeln mit dem kleinen Verlag von Jess gezeichnet hatten.

Ich wusste nicht, dass man sein eigenes Buch vollkommen kostenlos bei Amazon hochladen kann. Ich wusste nicht, dass es weniger als einen Tag dauert, bis man seine Geschichte Millionen von Menschen zugänglich machen kann. Und als ich es erfahren habe, war ich so aufgeregt wie vor einem  Backstreet Boys Konzert. Also, wie ich vor einem Backstreet Boys Konzert gewesen wäre, wenn mein Zimmer in meiner Teenager-Zeit mit deren Postern vollgehangen hätte *hust*. Nochmla *hust*.

Auf jeden Fall wusste ich von einem Moment zum nächsten, wie mein weiterer Weg aussehen würde. Ich würde alles über das Selfpublishing lernen, was es zu lernen gab. Ich würde Podcasts, Bücher, Anleitungen und YouTube-Videos verschlingen, bis ich wusste, was mich erwartete. Und dann würde ich mir einen Plan machen (und ein paar Listen), mein Buch in die Hände nehmen und es selbst veröffentlichen.

Die meisten dieser Quellen sind englischsprachig. Ich glaube, ich habe in dieser Zeit mein Englisch mehr verbessert als in den Jahren zuvor, in denen ich ausschließlich englischsprachige Serien geschaut und mit meiner Schwester ebenfalls ausschließlich auf Englisch kommuniziert habe. Leider gibt es immer noch nicht ausreichend deutschsprachige Quellen für Autoren, die ihre Bücher selbst verlegen wollen.

Zumindest nicht, wenn man sie mit dem Angebot vergleicht, was die englischen Podcasts und Co. einem bieten. Insbesondere was die Möglichkeiten im Marketing angeht, hinken wir ziemlich hinterher. 

Aber was genau ist das eigentlich, Selfpublishing?

Du verlegst deine Bücher selbst. So viel ist klar. Oder auch nicht. Denn wenn man vor diesem ganzen Prozess steht, weiß man in der Regel nicht, was alles dazu gehört, wenn man sein Buch ohne Verlag veröffentlichen möchte. Deshalb möchte ich dir hier einmal auflisten, was für mich als Selfpublisherin dazu gehört:

Die Geschichte entwickeln

Beim ersten Buch ist dein Manuskript in der Regel fertig, wenn du nach einem Verlag suchst. Aber spätestens beim zweiten versuchst du deinem Verlag schon vor dem Schreiben eine Geschichte zu verkaufen. Oder der Verlag kommt auf dich zu und möchte, dass du eine bestimmte Geschichte schreibst. Das ist nicht immer so. Und nicht immer wird der Verlag dir Anhaltspunkte geben oder in deinen Plot eingreifen.

Aber als Selfpublisher gehst du diesen Schritt immer allein. Natürlich kannst du die Story mit deinem Partner oder einem Lektor besprechen. Aber letztendlich bist du es, die oder der die Geschichte schreibt und du bist dabei an keinerlei Vorgaben gebunden. Wenn du möchtest, dass Lieschen sechs Finger an jeder Hand hat, dann ist das so. Und wenn du einen Liebesroman ohne Happily Ever After schreiben willst, dann wird dich daran niemand hindern.

Die Überarbeitung

Ich lasse das Schreiben bewusst weg. Denn diesen Schritt gehst du immer allein. Zumindest macht es keinen Unterschied, ob du in einem Verlag bist oder nicht.

Bei der Überarbeitung sieht das dann schon anders aus. Der Ablauf ist zwar in der Regel ziemlich ähnlich, aber wenn du selbst veröffentlichst, musst du dich auch selbst darum kümmern, dass dein Buch eine professionelle Überarbeitung erhält. Oder dass es zumindest danach aussieht. Und das bedeutet in aller Regel Kosten. Die liegen bei einem 300 Seiten-Buch schnell bei 2.000 Euro für das Lektorat und nochmal 600 Euro für das Korrektorat. Allerdings kannst du Geld sparen, wenn nach Menschen suchst, die selbst erst die ersten Schritte in der Buchbranche gehen und dir vielleicht einen günstigeren Preis anbieten. In jedem Fall ist ein Probelektorat Pflicht, um herauszufinden, ob du und dein Lektor zusammenpasst und er sein Geld wert ist.

Die Covergestaltung

Ein weiterer Kostenpunkt, den der Verlag für dich übernimmt. Wenn du als Selfpublisher keine hohe Affinität zu Grafikdesign hast, ist es in der Regel ratsam, einen Profi mit der Buchdeckelgestaltung zu beauftragen. Ich gestalte meine Cover selbst. Zumindest noch. Ich mache das gern und es stört mich nicht, stunden- und tagelang an einem halben Quadratzentimeter herumzufummeln, damit es so aussieht, wie es aussehen soll. Mein eigener Perfektionismus steht mir zwar gern im Weg, aber ich liebe es, auf diese Weise auch im Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen dazulernen zu können.

Ach ja, vergiss nicht das Cover der Rückseite und die verschiedenen Formate für eBook, Taschenbuch, Hardcover und ggf. Hörbuch.

Qualitätscheck

Probedrucke, Korrekturlesen, Kontrolle von digitalen Inhalten auf verschiedenen Geräten, Hörbücher testhören. Du bist verantwortlich dafür, dass deine Bücher dem allgegenwärtigen Standard entsprechen. Für mich ist das ein ziemlich hoher Druck und etwas, womit ich eine Meeeenge Zeit verbringe.

Das Marketing

Das ist so eine Sache. Wenn du ein großer Fisch in einem großen Verlag bist, hast du nicht soo viele Aufgaben im Marketing. Wenn nicht, musst du auch als Verlagsautor deine Bildchen auf Facebook teilen. Als Selfpublisher hast du überhaupt keine Wahl. Wenn du zwischen den anderen Büchern gesehen werden willst, musst du auf dein Buch hinweisen. Und zwar überall und immer. Nett natürlich. Und nicht mit dem Vorschlaghammer. Das Auswerten von Marketingaktionen gehört auch mit in diesen Bereich.

Kontakt mit Buchhandlungen.

Wenn du nicht nur online gefunden werden möchtest, musst du an die Buchläden herantreten. Du stehst als Selfpublisher in keinem Katalog, aus dem die Händler ihr Sortiment wählen. Niemand weiß, dass es dein Buch gibt. Also musst du die Buchhändler bitten, sich deine Werke anzusehen. Immer und immer und immer wieder.

Mit Kritiken klar kommen.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, inwiefern Verlage ihren Autoren helfen, nicht beschämt im Boden zu versinken, wenn das 400-Seiten-Werk, das vor zwei Tagen noch als tiefgründig und berührend galt, plötzlich mit einem Stern und dem Wort „Groschenroman“ zerrissen wird. Als Selfpublisher brauchst du auf jeden Fall Menschen, die dir versichern, dass Geschmäcker halt verschieden sind und du wegen solchen Worten auf keinen Fall aufhören solltest zu schreiben.

Und weil es so ein großer Teil ist, nochmal: Mit dem psychischen Druck umgehen.

Tatsächlich sind es nämlich nicht nur die Kritiken. Es ist auch die Angst zu versagen. Was wenn sich das Buch nicht verkauft? Was, wenn ich irgendetwas falsch gemacht habe? Was, wenn der Edgar von nebenan bemerkt, dass ich ihn als Vorbild für den Typen genommen habe, den meine Protagonstin auf dem Klo beobachtet hat? Was, wenn die ganze Arbeit, die vielen Stunden, die Entbehrungen und das Geld umsonst waren? Was, wenn es niemanden interessiert, was ich schreibe? Am besten überlegst du dir schon vorher Antworten auf diese Fragen. Für mich gibt es nur die eine: Ich liebe, was ich tue. Und wenn andere das nicht tun, dann habe ich trotzdem meine Zeit mit etwas verbracht, das mir in diesem Moment Freude bereitet hat. (Das gilt natürlich auch für alle Autoren)

Kleinkram *hust*

Leseproben erstellen, Buchsatz, eBook und Printdateien umwandeln, Flyer, Lesezeichen, Postkarten, Blogger und Testleser finden, Newsletter erstellen, Lesungen, Leser-Kontakt, Bloggen, ggf. Podcasten, Interviews führen usw.

Ich könnte noch 398 Dinge aufzählen. Aber das ist eigentlich gar nicht notwendig, denn du wirst es selbst herausfinden. Ich möchte mit dieser Liste eigentlich vor allem mit dem Irrglauben aufräumen, dass Selfpublisher einfach nur Bücher schreiben und dann einen Knopf drücken und dann reich werden. Es gehört eine ganze Menge dazu, seine Bücher selbst zu veröffentlichen. Viele Aufgaben haben auch Verlagsautoren. Aber als Selfpublisher trägst du die gesamte Verantwortung. Das klingt jetzt wie eine Drohung, ist aber ganz anders gemeint. Denn in meinen Augen ist es ein riesiger Vorteil über jedes Detail selbst entscheiden zu dürfen. 

In einem späteren Artikel werde ich versuchen, die Vor- und Nachteile beider Wege aufzuzeigen. Dazu möchte ich zuvor Interviews mit Verlagsautoren führen. Ich finde es selbst spannend und würde nie komplett ausschließen, selbst einmal ein Buch in einem Verlag zu veröffentlichen. 

Wie sieht es bei dir aus? Bist du selbst Autor/in? Hast du schon ein Buch veröffentlicht? Wenn ja, wie und würdest du es wieder so machen? Oder steht dir all das noch bevor? Welchen Weg möchtest du gehen und was geht dir dabei durch den Kopf?

Danke, dass du mir liest!

Deine Andrea.

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