Über das Schreiben.

Buchupdate: Über die Langwierigkeit.

Als ich im November mit dem Schreiben angefangen habe, dachte ich, im März fertig für die Veröffentlichung zu sein. Tatsächlich hatte ich im März den ersten Entwurf ausgedruckt vor mir liegen und hab mit der Überarbeitung begonnen. Das lag vor allem daran, dass ich mehr geschrieben habe, als ich wollte. Aber auch daran, dass ich zwischendrin dann doch geplottet habe und Charaktere und ihre Beziehung untereinander und die Handlung sich nicht nur über das Schreiben selbst entwickeln lassen.

Ich gehe gern etwas blauäugig an solche Sachen. Aber vermutlich ist das auch gut so. Denn, wenn ich vorher wüsste, worauf ich mich da einlasse… sagen wir mal so, das würde dem Ganzen einen Teil seines Reizes nehmen. Nun weiß ich es. Und natürlich würde ich es wieder machen. Aber ich habe unterschätzt, welchen Aufwand das Überarbeiten bedeutet und wie viel es zu wissen gibt über die verschiedenen Möglichkeiten, selbst ein Buch zu veröffentlichen. Und natürlich hatte ich keine Ahnung davon, wie ich ein Buch vermarkten kann.

Je mehr ich mich mit all dem beschäftige, desto klarer wird mir, wie essentiell es ist, all das zu wissen, was ich nicht weiß. Und wie wichtig es ist, Zeit zu investieren, um dieses Wissen aufzubauen. Und wie unglaublich wertvoll diese heutige Zeit dafür ist. Ich höre immer wieder, wie schwierig es geworden ist auf dem Buchmarkt. Es gibt so viele Bücher, wie noch nie. Es gibt viele kostenlose Angebote oder zumindest Dumping-Preise von 99 Cent.

Aber nur sehr selten lese ich davon, wie leicht es heute ist, sich das notwendige Wissen anzueignen, um selbst zu veröffentlichen. Nicht nur in Blogs, ob geschrieben oder gefilmt, oder in Podcasts gibt es eine Unzahl an Tipps und Tutorials und Wissensressourcen. Kostenlos. Alles, was man investieren muss, ist Zeit. Am Anfang ist all das allerdings auch schnell zu viel. Ich verliere mich zwischen Links und weiß am Ende einer Recherche-Session manchmal gar nicht mehr, wo ich angefangen habe. Meine Lesezeichen-Tools quellen über mit Artikeln, die ich unbedingt noch lesen muss und meine Favoritenliste bei Podcastsaddict ist so lang, dass ich mich zum Hören ein paar Wochen lang auf eine einsame Hütte zurückziehen könnte.

Aber die Quelle, die ich am meisten unterschätzt habe, sind die sozialen Medien. Viele Autoren und Selfpublishing-Dienste posten von sich aus, spannendes Wissen in ihren Feeds. Schon das bringt viele, viele neue Links. Aber die wirkliche Weisheit finde ich immer dann, wenn ich eine Frage stelle. Klar, das geht auch in Foren. Aber wie viel komfortabler ist es, das über instagram oder Twitter zu machen?

Ich bin sehr dankbar für all diese Möglichkeiten. Noch vor 20 Jahren hätte ich eine unschätzbar große Summe an Geld investieren müssen, um auch nur einen Bruchteil dieses Wissens aufbauen zu können. Und um unter all den Büchern, Seminaren, CD-Hörkursen und DVDs das zu finden, was ich wirklich brauche, hätte ich nicht nur deutlich mehr Zeit aufbringen müssen. Es hätte Seiten, Hörstunden und endloses Sitzen in Tagungsräumen gebraucht, bis ich gewusst hätte, ob mir diese Wissensressource überhaupt das vermitteln kann, was ich brauche. Heute kann ich zum nächsten Video bei YouTube springen oder den Podcast wechseln. Ich finde das immer noch beeindruckend. Vermutlich aber nur deshalb, weil ich nicht damit aufgewachsen bin.

Wie dem auch sei. Diese nicht überschaubare Anzahl an Quellen ist nicht unbedingt eine Zeitersparnis, wenn man nicht genau weiß, was man eigentlich wissen muss. Deshalb haben wir inzwischen Juli und mein Buch ist noch immer nicht im Sortiment der Händler verzeichnet.

Life is what happens, while you’re busy making other plans.

Das passt nur beginnt, denn eigentlich ist ja nichts passiert, was den Zeitplan durcheinander gebracht hat. Aber viele Dinge sind, zumindest für mich, nur schwer planbar, wenn ich eigentlich keine Ahnung von ihnen habe. Aber so langsam tut sich ein Bild davon auf, was alles dazu gehört, zur Selbstveröffentlichung. Und dieses ‘alles’ zu strukturieren und tatsächlich zu erkennen, wo ich Wissen aufbauen muss, dieses zu sammeln und schließlich anzuwenden; das ist meine aktuelle Aufgabe. Die hält mich vom eigentlichen Schreiben ab. Sie hält mich davon ab, etwas Neues zu erschaffen. Sie hält mich davon ab, meinem Ego dieses ‘Ich hab ein Buch veröffentlicht’-Gefühl zu geben. Aber ich hoffe, dass sie mich auch davon abhält, Fehler zu machen, die ich vermeiden kann. Und ich hoffe, dass ich bei diesem ersten Mal so viel lernen kann, dass das nächste Mal leichter wird.

Ich hoffe, mir Wissen aneignen zu können und ein System aufzubauen, das es mir erlaubt, beim nächsten Mal Strukturen und Plänen folgen zu können. Zumindest ansatzweise, denn natürlich dauert es eine Weile, bis sich ein System etablieren kann. Aber dennoch, ich hoffe, dass ich mir gerade eine Basis aufbaue, zu der ich zurück kehren kann oder vielmehr direkt aufsteigen kann, wenn ich den nächsten Entwurf beginne bzw. damit fortfahre. Denn so viel habe ich schon gelernt: Ein Buch zu veröffentlichen beginnt nicht mit dem ‘Publish’-Button bei Amazon KDP.

Welche Ressourcen nutzt du, um dich im Selfpublishing zurechtzufinden oder überhaupt Wissen aufzubauen, zu einem Thema, von dem du bisher keine Ahnung hattest? Welche Tipps fandest du besonders hiflreich? Was würdest du jedem Self-Publisher empfehlen?

Schön, dass du hier liest.

Deine Andrea

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