Über das Schreiben.

Das Buch nach seinem Einband beurteilen.

Ich denke darüber nach, hier eine Szene aus dem Buch, das noch immer keinen endgültigen Namen hat, zu veröffentlichen. Allerdings ist bisher keine Szene vollständig überarbeitet und ich bin auch überhaupt nicht sicher, welche Szene das sein soll. Einerseits soll sie dir eine Idee vom Buch geben, aber andererseits soll sie dir auch nicht zu viel verraten. Ich könnte die erste Szene wählen, aber die ist, na ja, dafür irgendwie ungeeignet.

Nun ja, das Ganze hat noch ein paar Tage Zeit. Erstmal muss Erstleserin No. 1 fertig werden mit ihren Anmerkungen. Vor denen graut es mir. Denn, auch wenn sie das Buch beim ersten Lesen quasi aufgesaugt, verschlungen und inhaliert hat, ist sie jetzt wahnsinnig kritisch. Aber das ist gut. Das kann dem Buch nur gut tun. Ich maße mir auf jeden Fall nicht an, hier die volle Brillanz zu haben, und so ein Buch komplett ohne Lektorat überarbeiten zu können. Und das ist ja so quasi eins.

Und da ist noch so eine Sache, bei der ich mir nicht sicher bin, ob ich sie alleine hinbekomme. Das Cover. Auch wenn wir es nicht sollen, fällen wir unser Ersturteil über ein Buch doch vor allem nach seinem Cover. Spricht es uns an, nehmen wir es in die Hand (oder klicken darauf) und wollen mehr über das Buch erfahren. Spricht es uns nicht an, nun ja, dann wird es wohl nicht den Weg in unseren Warenkorb finden.

Ich habe ein kleines bisschen Erfahrung mit dem Gestalten von Layouts mit Photoshop aus meiner Fotografie-Zeit. So rein technisch bekomme ich das meiste also irgendwie hin. Das Problem ist, dass ich gar keine so konkrete Vorstellung davon habe, wie das Cover aussehen soll. Nehme ich ein Foto als Hintergrund? Irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht. Soll das Cover superschlicht sein? Aber springt es dann noch ausreichend ins Auge? Und was ist mit den momentan so beliebten Grafiken von Schmetterlingen und Herzchen und Butterblümchen? Irgendwie ist mir das zu kitschig. Ich schwanke also zwischen sehr klassischem, minimalistisch-puristischem Style, super-modernen Jojo Moyes-Grafiken und den alt-bekannten, aber deshalb nicht weniger wirksamen Foto-Covern. Und vielleicht wird es auch eine Mischung aus all dem.

So oder so ist es enorm schwer für mich, an ein Cover zu denken, das so gut zu meiner Geschichte passt, dass du sofort weißt, worum es ungefähr geht. Und ich ärgere mich ein bisschen, dass die Geschichte nicht etwas super-zentrales hat, wie die Jagd nach einem Auto oder einen Baum, um den sich alle immer wieder im Kreis drehen. Für eine Liebesgeschichte, die sich vor allem um die Menschen dreht, von denen sie handelt, gibt es dieses Zentrum nicht. Beziehungsweise sind das halt die Menschen. Die könnten auf’s Cover. Aber, mal ehrlich, wie viele Cover, auf denen zwei Leute im Sonnenuntergang knutschen, kannst du noch sehen. Oder wie viele Bücher, auf denen eine Frau einem Mann die Krawatte bindet. Oder wie viele Silhoutten von Mädchen, denen der rechte Fuß hoch-flippt.

Das ist nämlich. Mein Cover soll herausstechen und sich abheben und dabei ansprechend sein und dir Lust auf die Geschichte machen. Es soll die Stimmung vermitteln, die du zwischen den Seiten findest und dich irgendwie schon auf den ersten Blick glücklich machen. Kennst du diese Bücher, die du in die Hand nimmst und wo sich schon allein dabei dieses Gefühl von Ankommen und die Vorfreude vereinen und du einfach nur Lust hast, das Buch aufzuschlagen und zu lesen. Und so etwas will ich für mein Buch, das noch keinen Namen hat (auch weil der, den Erstleserin No. 1 mit ‘I loooooove it <3’ kommentierte von Erstleserin No. 2 nur ein ‘Mhm… nicht so überzeugend irgendwie’ bekommen hat). Und ich will. dass dieses Cover abgewandelt auch für seine Nachfolger funktioniert.

Self-Publishing ist schon eine sehr spannende Reise und ich bin einfach nur gespannt, wo sie mich noch hinführt. Zumindest aber eins habe ich auf dieser Etappe schon mitgenommen. Ich liebe es, wie mein Name (oder der Name, den ich zum Schreiben gewählt habe) auf einem Buchcover aussieht. Dieser eine Traum wird tatsächlich wahr. Und das ist unfassbar wunderbar.

_Deine Andrea

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